Study finished!

Yesterday I received my diploma for my Bachelor of Science in Business Information Technology. We celebrated the three years of hard work with a very pleasent ceremony. At the ceremony I was honored to have the finishing speech. It went very well and I received great feedback. Thanks to everybody who encouraged and supported me on this journey.

Here’s the full transcript of the speech:

Abschlussrede

Thema: Ein authentischer Rückblick auf das Studium.

Begrüssung

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Diplomanden und Diplomandinnen
Es freut mich sehr, dass ich hier und jetzt meine Abschlussrede halten darf.
Vor gut vier Jahren habe ich mich entschieden ein Studium zu machen.
Genauer gesagt habe ich mich damals für den Studiengang Wirtschaftsinformatik entschieden.
Meine Berufsschulkollegen aus der Informatiklehre, die sich mehrheitlich für das Informatikstudium entschieden haben, verstehen meine Wahl noch heute nicht.
Ich kann es ihnen nicht verübeln, halb Informatik und halb Wirtschaft sind im Endeffekt zwei halbe Sachen.
Doch es brauchte Leute, die die Informatik an den Normalverbraucher bringen.
Mit meiner Studiumswahl erhoffte ich, genau das zu erlernen.
Ich wollte ein Vermittler zwischen der Komplexität der Informatikwelt und den Treibern der Wirtschaft sein.
Mit dieser Motivation habe ich mich wie auch meine Mitstudenten durch 3 Jahre Vollzeitstudium gearbeitet und es nun endlich geschafft.
Das Studium war eine prägende Erfahrung und hat meine Sicht der Dinge und natürlich auch mich selbst verändert.
Diese 3 Jahre gingen zügig vorüber, man vergisst schnell was man in dieser Zeit alles erlebt hat und was für Veränderungen sie gebracht hat.
In den nächsten Minuten möchte ich meine Erlebnisse mitteilen und einen Rückblick zur der Zeit geben, als mein Portemonnaie noch prall gefüllt war und mein Mittagsmenü aus mehr bestand als einem harten Stück Brot und Salatsauce.

1. Semester

Im September 2014 startete ich mit dem Studium.
Als ich bei der Hochschule ankam, herrschte ein reger Betrieb und ich fragte mich, ob ich der einzige neue Student bin.
Ich stellte relativ schnell fest, dass ich das auch war.
Nach einiger Verwirrung wurde mir klar, dass ich tatsächlich eine Woche zu früh mit dem Studium begonnen habe.
Eine Woche später sah alles ganz anders aus.
Die Tage waren geprägt von neuen Gesichtern, Unsicherheit und viel Neugierde.
Meine Klasse bestand aus einem kuriosen Haufen junger Leute mit unterschiedlichem Hintergrund.
Um Freundschaften zu schliessen, mussten Vorurteile beiseitegelegt werden und auch Sprachlich standen wir vor ganz neuen Herausforderungen.
Ich wusste zum Beispiel nicht, dass die Walliser nach Jahren der Isolation eine eigene Sprache entwickelt haben.
Laffen und Gläffhammer waren die beliebten Walliser Wörter, was auch immer das hiess.
Der Unterricht fand damals im Bahnhof Luzern beim Wirtschaftsdepartement statt.
Alcatraz nannte man das Gebäude, das wussten aber nur wenige.
Anscheinend hatte der Architekt der Hochschule früher auch Gefängnisse gebaut.
Doch wir waren keine Gefangenen, durften gehen und kommen wann wir wollten.
Jedoch stellte wir schnell fest, je mehr man am Unterricht teilnahm, desto erfolgreicher war man an den Semesterprüfungen.
Für Jene Studenten die einen Hintergrund in Informatik hatten, sind die ersten beiden Semester als schmerzhaften Erinnerungen an die Finanzbuchhaltung und Volkswirtschaftslehre hängengeblieben.
Jene die aus der Wirtschaft kamen, durften feststellen, dass es schlimmere Sprachen als Französisch gab.
Java hiess die allerseits beliebte Programmiersprache.

2. Semester

Mit dieser berühmt berüchtigten Sprache durften wir bereits im zweiten Semester ein Projekt umsetzen, da hätten selbst die Informatikstudenten gestaunt.
In 7er Gruppen durften wir eine Applikation für ein fiktives Bauunternehmen entwickeln und dokumentieren.
Dabei wurden über 1000 Stunden programmiert und natürlich viel gelernt.
Highlight des Projekts war, als wir den gesamten Quellcode ausdrucken mussten.
Das waren ungefähr 500 Seiten, welche für einige Druckpatronen den Tod bedeuteten und den Glauben an das papierlose Büro arg strapazierten.
Die ersten zwei Semester waren definitiv die anstrengendsten, sie forderten allen Studierenden viel ab.
Das spürten leider einige Mitstudenten, die aufhören oder repetieren mussten.

3. Semester

Mit dem Wechsel in das 3. Semester halbierte sich unsere Klasse.
Gerade noch 11 Studenten blieben übrig.
Irgendwie bedenklich, wenn man immer wieder vom Fachkräftemangel in der Zeitung las.

4. Semester

Im vierten Semester erhielten ich und ein Studienkollege die Möglichkeit uns für einige Monate von der HSLU zu verabschieden und in Berlin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft ein Auslandsemester zu besuchen.
In Berlin lernten wir das wahre Studentenleben kennen.
Die Nächte wurden länger und die Zeit im Unterricht kürzer.
Dank dem schlechten Eurokurs war das Portemonnaie trotzdem immer voll.
Mein Schweizer Akzent bereitete den Deutschen einige Lacher.
Besonders bei Vorträgen, haben sie mich gefragt, ob ich wirklich Deutsch spreche.
Ich stellte fest, dass obwohl wir Schweizer und Deutschen so nahe beieinander leben, es viele Unterschiede gab.
Dass wir Schweizer langsamer sprechen, wie man es oft von den Deutschen hört, hat in Wirklichkeit damit zu tun, dass wir denken bevor wir sprechen und letztlich mit weniger Worten dasselbe ausdrücken können.
In Sachen Gesetzestreue haben die Deutschen jedoch die Nase vorn.
So fühlte ich mich in Berlin als Anarchist, wenn ich einmal bei einer roten Fussgängerampel die Strasse überquerte.
Zurück in der Schweiz blieb nicht viel Zeit, denn nach Berlin folgte Nordamerika, genauer gesagt Kalifornien.

5. Semester

Mit der gesamte Vollzeitklasse verbrachten wir 6 Wochen im Silicon Valley.
Das 5. Semester war ganz klar das Highlight des Studiums, auch wenn es unsere Portemonnaies nochmals zusätzlich abspecken lies.
Für einmal erlebten wir hautnah den Geburtsort vieler Startups, die inzwischen die Welt verändert haben.
Zusammen mit lokalen Unternehmen führten wir interessante Projekte durch.
Und erhielten an der Santa Clara University in San Jose ausgezeichnete Vorträge von hochkarätigen IT-Fachkräften.
Ein Besuch bei einem Incubator, also ein Unternehmen, das Startups produziert, erlaubte es uns einmal hinter die Kulissen zu sehen.
Dort präsentierten Jungunternehmer ihre Ideen vor Investoren.
Wenn die Ideen gefielen, wurden oftmals Millionen von Dollars verteilt.
Diese Startup-Kultur lebte von einem aggressiven Wachstum und war ziemlich eindrücklich.
Zurück in der Schweiz, stellten wir aber mit einer gewissen Erleichterung fest, dass hier die Geschäftsgänge etwas gemässigter ablaufen.
Inzwischen hatten sich die Wirtschaftsinformatik mit dem Informatikdepartement der Hochschule zusammengeschlossen.
Anstatt im Herzen von Luzern, gingen wir neu beim Abstellgeleis von Rotkreuz zur Schule.
Erstmals trafen wir auf die Informatikstudenten und stellten fest, dass wir gar nicht so unterschiedliche sind.
Beide lieben das COBIT Framework und sprechen immer wieder gerne über IT-Governance.

6. Semester

Im letzten und entscheidenden Semester hiess es nochmals Vollgas geben.
Mit der Bachelorarbeit und vielen begleitenden Projekten, wurden wir nochmals gefordert.
Am Ende des Studiums, nach Abschluss der Bachelorarbeiten, mussten wir unsere Energien ein letztes Mal bündeln und eine stattliche Anzahl von Prüfungen ablegen.

Schluss

Vor etwas mehr als 2 Wochen schrieben wir unsere letzte Prüfung und nun halten wir bereits das Diplom in unseren Händen.
Die 3 Studienjahre haben unter anderem gezeigt, wie rasant die Entwicklung im IT Bereich voranschreitet und dass diese Entwicklung auch in Zukunft nicht langsamer sein wird.
Wer in der IT Branche bestehen will, muss sein Leben lang leistungsbereit, neugierig und lernwillig bleiben.
Wir haben mit diesem Studium einen weiteren Schritt in diese Richtung gemacht und gezeigt, dass wir für diese Herausforderung bereit sind.
Ich bin gespannt wohin es meine Studienkollegen und mich verschlägt und wie wir uns in Zukunft behaupten werden.
Vielleicht findet man einige von uns im Silicon Valley wieder oder man trifft sich in 3 Jahren, wenn das nächste Studium ansteht.

Bedankung

So komme ich zum Schluss und zum Danke sagen.
Ich möchte mich herzlich bei den Dozenten und der gesamten HSLU bedanken.
Auch allen Müttern und Vätern, die uns auf diesem Weg unterstützten haben.
Und danke natürlich auch allen Mitdiplomanden fürs dranbleiben, denn ohne diese wäre das Studium für mich etwas einsam gewesen.
Vielen Dank fürs zuhören.
(Gibt es noch Fragen?)

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