Janik von Rotz


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Dividuum und Dialektik

Schon länger lese ich den Blog von Kulturwissenschaftler Michael Seemann. Er strickt neue Ideen und Werkzeuge um unsere Gesellschaft besser zu verstehen. Insbesondere gefällt mir das Dividuum. Ein guter Einstieg in die Thematik liefert dieser Beitrag.

Bestimmte Aspekte des Dividuum sind mir aus der Dialektik bekannt. Dazu ein paar Kommentare in eigenen Worten.

Mein erster Berührungspunkt mit der Dialektik war vermutlich Episode #198 - The truth is in the process. Zizek Pt. 3 (Ideology, Dialectics) des Philosophize This! Podcasts. Ich verstehe es als eine Form der Weltanschauung, die im wesentlichen von Hegel geprägt wurde und über Jahrhunderte weiterentwickelt wurde.

In der Dialektik wird die Gegenseitigkeit nicht als Widerspruch erkannt, sondern als Teil der Wahrheitssuche. Die dialektische Methode betrachtet das Umschlagen jedes Begriffs in sein Gegenteil. Dialektik liefert eine Betrachtungsweise der Realität.

Eine Grundannahme ist, dass die Realität in ständiger Bewegung ist. Wenn wir eine objektive Messung, dann verliert diese nach dem Zeitpunkt der Messung gleich wieder an Gültigkeit. Wie kann diese ständige Veränderung trotzdem ausgedrückt werden.

Ein gutes Beispiel wie Dialektik in diesem Zusammenhang liefert die folgende Frage:

Was ist eine Schule?

Eine einfache Definition wäre: Eine Schule vermittelt Informationen und Wissen zur Vorbereitung auf das Arbeitsleben.

In einer dialektischen Betrachtung verändert sich eine “Schule” von Tag zu Tag. Verschiedenste Faktoren wie Beziehung, Spannungen, Politik, Ökonomie, Geschichte oder Pädagogik wirken konstant auf die Definition “Schule”. Wenn wir den Begriff in sein Gegenteil umlegen, dann ist eine Schule …

In diesem System gibt es gegensätzliche Interesse. Evtl. möchte die Politik bei der Bildung Geld sparen, aber die Instandhaltung des Gebäude erfordert eine Renovation. Die Schule wird zur Verbindung dieser Gegensätze.

Und nun schlage ich den Bogen zum Dividuum. Das Dividuum begreift das Subjekt nicht als singuläres Dasein, sondern ein Ich das in Verbindung steht. Wir sind Teil eines Netzwerks und als Dividuum entstehen wir aus unseren Beziehungen und der physischen Welt.

Das ist der erste Post in der 100 Days To Offload Challenge.

Category: Philosophy
Tags: 100daystooffload , Individualismus , Dialektik , Dividuum
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